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Fälschliche Annahmen

Eine professionell angefertigte Übersetzung ist eigentlich nicht so wichtig.

Schlechte Übersetzungen oder Texte mit Fehlern sind für den Leser eine Beleidigung. Solche Texte werfen nicht unbedingt ein schlechtes Licht auf die ÜbersetzerInnen, die meist unsichtbar und anonym bleiben. Sie werfen aber auf jeden Fall ein schlechtes Licht auf die Firma, die Organisation oder die Person, die den Text ursprünglich geschrieben hat. Um ernst genommen zu werden, brauchen Sie eine gute professionelle Übersetzung, die klar und fehlerfrei ist.

ÜbersetzerInnen sind heutzutage nicht mehr notwendig, weil Computerprogamme genauso gut wie Menschen übersetzen können.

Es hat noch nie ein Übersetzungsprogramm gegeben, das einen menschlichen Sprachexpert ersetzen hätte können. Auch die fortschrittlichsten Übersetzungsprogramme können die Feinheiten und die Nuancen der menschlichen Sprache einfach nicht begreifen. Solche Programme können auf keinen Fall Übersetzungen anfertigen, die von professioneller Qualität sind.

Übersetzen ist einfach.

Das Übersetzen ist im Grunde oft sehr anstrengend. ÜbersetzerInnen müssen gleichzeitig in zwei verschiedene Texte vertieft sein: in den Ausgangstext (das Original) und in den Zieltext (die Übersetzung). Das bedeutet, dass man gleichzeitig in zwei verschiedene Sprachen und zwei verschiedene Kulturen vertieft sein muss. ÜbersetzerInnen müssen nicht nur den Ausgangstext verstehen können, sie müssen auch den Text für Leute mit einem völlig anderen sprachlichen und kulturellen Hintergrund verständlich machen.

Auf einer noch tieferen Ebene müssen ÜbersetzerInnen die Sprachebene oder das Register des Ausgangstextes erkennen und sie müssen dieses Register im Zieltext beibehalten können. Um dies zu tun, müssen den ÜbersetzerInnen der Ton, der Wortschatz und die Absicht des Textes vollständig bewusst sein. Nur professionelle ÜbersetzerInnen besitzen die notwendige Übung und den Sachverstand, um eine solche umfassende Tätigkeit zu erledigen.

Schon kleinere Sprachkenntnisse reichen, um gut übersetzen zu können.

Dies ist die fälschliche Annahme, die vielleicht am weitesten verbreitet ist. Sie ist gleichzeitig die Annahme, die am schädlichsten für den Beruf der Übersetzerin ist.

Man braucht viel mehr als nur einige Sprachkenntnisse, um eine gute Übersetzerin zu werden. Zunächst muss eine Übersetzerin beste Kenntnisse in wenigstens zwei Sprachen haben, und zwar in der Fremdsprache und in der Muttersprache. Wenn man seine eigene Sprache nicht richtig versteht, wird man eine Fremdsprache nie richtig verstehen können.

Aber auch wenn man zweisprachig ist, heißt das noch lange nicht, dass man gut übersetzen kann. ÜbersetzerInnen müssen auch hervorragend schreiben können. Wer sich schriftlich nicht sehr gut ausdrücken kann, wird sicher keine klare, verständliche Übersetzung produzieren können.

Eine Übersetzerin muss auch eine Art Anthropologin sein. Eine Sprache wurzelt in ihrer Kultur und ihrer Gesellschaft. Wenn man die Kultur hinter der Sprache, die man zu übersetzen hat, nicht versteht, wird man die Sprache nie richtig übersetzen können. Und weiter, wem die Kultur hinter der Zielsprache nicht vollkommen bewusst ist, wird eine Übersetzung produzieren, die das Zielpublikum nicht versteht.

email: jessica@lostintranslation.com

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